Über den Beruf des Butlers damals und heute, überraschende Erfahrungen mit anspruchsvollen Klienten und wie man eine Luxusimmobilie richtig plant

Im Gespräch mit Claudia Schlegel

Inhaberin Butler Bureau-Hauspersonal für gehobene Ansprüche

 

Wenn man an das traditionelle Bild eines Butlers denkt, fällt einem Stresemann, weiße Handschuhe und ausgezeichnete Manieren ein. Was hat sich in den letzten 100 Jahren geändert?

Denkt man an Butler, hat man sofort einen fracktragenden Herrn im Kopf, der Zeitungen bügelt, Gästen die Tür aufmacht, sie zum Tisch führt und ihnen Drinks serviert. Diese Vorstellung ist längst überholt. Butler von heute organisieren verschiedene Residenzen, koordinieren die Arbeit im Haus, führen die Hausangestellten, überwachen den Einkauf, verwalten das Haushaltsbudget, organisieren Events, buchen Reisen und empfangen Gäste. Ein Housemanager ist ein Allrounder, der Hausherrin und Hausherrn den Rücken freihält. Auch das weibliche Pendant, die Haushälterin, managt die Organisation des Alltags: Sie bereitet Frühstück und Mittagessen zu, kümmert sich um die Wäsche und koordiniert private Termine ihres Dienstgebers.

 

Welches Land ist am weitesten entfernt, wohin Du einen Butler vermittelt hast?

Mehr als 13.000 Kilometer reiste ein Butler von uns zu seinem neuen Arbeitsplatz nach Südafrika.

 

Du bist international tätig. Auf welche kulturellen Unterschiede triffst Du beruflich?

Das ist eine spannende Frage, unser Kundenkreis ist sehr international – aber gleichgültig aus welcher Kultur sie kommen – es fällt auf, dass unsere Kunden gemeinsam haben, dass es diese wertschätzende Haltung gegenüber ihren Hausangestellten gibt.

 

Was war bei der Mitarbeiterauswahl Dein überraschendstes Erlebnis mit einem anspruchsvollen Kunden?

Das Beispiel eines skurrilen Wunsches seitens eines Kunden zeigt wie flexibel ein Butler reagieren muss: Ein Hausherr wollte anlässlich eines Kindergeburtstags Luftballons fliegen lassen, und zwar mit lebenden Schmetterlingen. Diesen Wunsch konnte der Butler aus Tierschutzgründen jedoch nicht erfüllen.

 

Wenn eine vermögende Familie Ihre neue Immobilie plant und an Personal denkt: was sollte man berücksichtigen?

Pro 500 m2 Wohnfläche empfehlen wir eine Vollzeitkraft für die Haushaltsführung wie Organisation, Wäsche und Reinigung. Soll die Kraft auch den Einkauf erledigen und die Mahlzeiten zubereiten, ist eine separate Haushaltshilfe gefragt. Für ein Kindermädchen benötigt man vorzugsweise eine Nächtigungsmöglichkeit, oftmals wird eine eigene Wohnung oder ein Zimmer mit Bad und separatem Eingang zur Verfügung gestellt. Kümmert sich ein Butler um das Wohl der Dienstgeber oder steht ein Private Personal Assistant zur Seite, dann ist ein Arbeitszimmer mit einem Computerplatz für Organisatorisches und die Pausen nötig. Zumeist wird eine eigene Personalwohnung am Anwesen oder in der Nähe für die Position angeboten. Hier gibt es sehr großzügige Wohnungen, die auch mit bis zu 200 m2 zur Verfügung gestellt werden.  Vor allem bei außerstädtischen Domizilen ist dies von Vorteil. Auf diese Weise ist auch der Radius für die Suche nach passenden Kandidaten größer.

Du hast schon viele Plätze auf dieser Welt gesehen: wo würde dein Traumhaus stehen?

Ich liebe die freie Sicht auf ruhiges Wasser.  Aktuell schwanke ich zwischen dem Garda- und dem Zürichsee.  Dies vor allem auch, weil ich in der Schweiz gerade einen zusätlichen Firmensiitz einrichte.

Liebe Claudia, vielen Dank für das Gespräch!

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