Über die Vielfalt von Architekturprojekten, die persönliche Handschrift eines Architekten und die Musik als Quelle der Kreativität

Im Gespräch mit Christian Heiss

Porträtfoto: Copyright Atelier Heiss Architekten, Photograph: Gerhard Kassner

Vielseitiger Architekt, Staatspreisträger und Geigenliebhaber

 

Du hast als Architekt einen exzellenten Namen, wurdest 2014 mit dem Staatspreis für Architekur ausgezeichnet. Was macht "designed by Heiss" aus?

Die Architektur von Atelier Heiss soll nicht „lauwarm“ sein, sondern „heiss“. Wobei bei vielen dabei die falschen Bilder entstehen. Heiss kann zurückhaltend, zeitlos, leise sein, ist aber in jedem Fall durchdacht. Mit viel Erfahrung kann man sehr schnell Lösungen präsentieren, das ist aber nicht interessant. Das Ziel ist, die „beste“ Lösung zu finden – und das spannende daran ist, dass diese ganz einfach aussehen kann. Der Weg dorthin ist aber ein aufwendiger.
Ich bin von einem sehr engagierten, erfahrenen und professionellen Team umgeben – das ist die Basis, „heisse“ Architektur zu machen.

 

Viele Architekturbüros setzen auf eine klare Fokussierung - du entwirfst von privaten Wohnprojekten über Hotelbauten bis hin zu Bürokomplexen alle Sparten. Was reizt dich daran?

Der Mensch ist ein vielschichtiges Wesen.  Eine zu starke Fokussierung würde die Offenheit für Neues reduzieren. Neugierde, Freude und Interesse sind Voraussetzungen für Kreativität und Entwicklung.

Wir haben uns auf die Bereiche Wohnen, Büro und Hotel spezialisiert. Diese drei Kernkompetenzen bieten eine spannende Abwechslung und inspirieren sich gegenseitig, weil sie Grundbedürfnisse des Menschen sind und die Kernbereiche des Lebens darstellen: Wohnen, Arbeiten, Urlauben.

 

Apropos Hotel: Du reist gerne und viel. Was macht ein gutes Hotel für dich aus?

Gerne wiederzukommen.

Neben der Atmosphäre, die man als Architekt schafft, ist die Lage des Hotels aber auch die Persönlichkeit des Gastgebers und seines Teams wichtig. Es geht darum, eine eigene Welt zu schaffen – eine sympathische, eine beseelte.

 

Deine größte Leidenschaften sind Geigen und klassische Musik. Ist das die Quelle deiner Kreativität?

Die Musik berührt sehr viele Bereiche, die für den Geist nicht greifbar sind, die man fühlen muss. Jeder kennt die Gefühle, die Musik hervorrufen kann. Und Architektur ist hier ganz ähnlich. Architekturqualität ist nicht in Zahlen messbar. Das Erleben eines Raumes hat neben messbaren zum Glück auch viele mystische Komponenten.

„Mein“ Instrument, die Geige, ist von Mysterien umgeben. In jungen Jahren habe ich mich sehr viel mit diesen beschäftigt; zuerst mit der Musik und dann auch mit dem Geigenbau. Rückblickend kann ich sagen, dass die Einblicke in den Bau einer Violine ein sehr guter Einstieg in die Welt der Architektur waren. Wir haben heute fast alles auf der Welt mikroskopisch fein analysiert und glauben alles zu verstehen – warum Stradivaris Geigen immer noch den schönsten Ton haben, ist jedoch nach wie vor geheimnisumwoben und gerade deshalb unglaublich spannend.

 

Verrate uns: Wie wohnt ein erfolgsverwöhnter Architekt privat?

In der Stadt mit einer Sehnsucht nach dem Meer.

 

Vielen Dank für den interessanten Austausch!

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